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Geist-Fragment: Exos 3

„Scham.“
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Scham. Hat mich jemals Erschöpfung überkommen? Jemand hat mir einmal diese Frage gestellt. Oder vielleicht habe ich sie mir selbst gestellt. Dann sah er mich an. Dieser Moment war echt. Ich sagt ihm, was jeder Exo weiß. „Was dich nicht berühren kann, hat keine Macht über dich. Und Müdigkeit kann sich nirgendwo an mir festsetzen.“

Doch Scham ist ein Leid einer ganz anderen Sorte.

Ich bin ein Soldat. Fremde Hände haben mich erschaffen und mir die Rolle des Kriegers aufgezwungen. Und meinen Narben nach zu urteilen, habe ich unermüdlich gekämpft. Bis auf einige bruchstückhafte Erinnerungen kann ich mich an keinen Kampf erinnern. Doch irgendwie ist mir deutlich bewusst, dass andere gestorben sind. Von meiner Einheit bin nur noch ich übrig, alle anderen Soldaten sind getötet worden. Trotz unzähliger Möglichkeiten, zu Schrott verarbeitet zu werden, stand ich da, ohne Waffe in den Händen, diese aus Gewohnheit zu Fäusten ballend, doch es gab nichts zum Schlagen.

Ich hätte um die Erde gekämpft. So war der Sinn der Dinge für mich. Doch die Welt um uns herum ging unter und jede Seele war verdammt. Sogar Kakerlaken und Mikroben würden sterben. Als Experte in Sachen Niederlagen sah ich auch für diese Schlacht eine Niederlage voraus.

Und ich schämte mich.

Die Scham erfasste mich ganz. Sie erschütterte mich. Scham nahm mir meine Masse und meine Entschlossenheit. Plötzlich fühlte ich mich wie eine Feder, wie ein Atemhauch, wie ein kleines Nichts, das von der ersten Brise davongetragen würde.

Inmitten dieser Verzweiflung formte sich ein neuer Gedanke.

Ich war verflucht.

Und weißt du, was ein Fluch ist?

Ein Fluch ist stur. Ein Fluch der Götter wird dich auch dann im Griff haben, wenn alles andere dich ziehen lässt. Und es wurde offensichtlich, dass Überleben mein immerwährender Fluch ist. Tausend Schlachten und wie viele davon wurden gewonnen? Den Beweisen nach zu urteilen - keine einzige. Und deswegen zehrte die Scham an meinen Keramik-Innereien. Doch trotz furchtbarer Verluste hatte ich es ausgehalten.

Ich schloss meine Augen und zwang mich, meine Fäuste zu öffnen.

„Es ist noch nicht vorbei“, sagte ich. Zu diesem Feind und zu mir selbst. Zum Winde, der drohte, mich davonzutragen.

„Dieser Krieg hat noch nicht genug von mir.“

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