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Geist-Fragment: Erwachte 3

„Angst.“
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Angst. Das ist das Einzige, woran ich mich lebhaft erinnere. In dem Moment, als ich von Angst überwältigt wurde, gab ich das Atmen auf. Ich hörte auf, zu denken. Wie ich mich auf den Beinen halten konnte, ist mir ein Rätsel, denn das Entsetzen erdrückte mich, wie ein Berg, der meine Seele unter sich begrub.

Doch ich muss mich fragen, was mich so erschütterte.

Dunkelheit beherrschte den Himmel. Die Welt um uns herum lag in Trümmern und es wurde immer unwahrscheinlicher, dass wir diesen schrecklichen Tag überleben würden. Und dennoch wurde die Angst nicht durch die Verwüstung und die Verzweiflung um mich herum hervorgerufen. Die Ursache lag in mir. Mein eigenes, entsetzliches Selbst versetzte mich in Angst.

Und welcher Teil genau?

In mir befand sich eine fremde Essenz. War ich zuvor erwacht?

Sie war immer noch in meinem Kopf. Ihr Lied wurde immer leiser.

Nicht mehr hörbar?

Noch nicht.

Ein neues Entsetzen überkam mich.

Mein gesamter Fokus lag auf meiner Angst. Doch ich musste etwas unternehmen.

Ich realisierte, dass nichts im Universum gefährlicher ist als menschliche Selbstüberschätzung.

In mir gab es immer noch das andere Ich? Und doch kam es auf die menschliche Seite an: Schwach und tollkühn, das sichere Versagen im nächsten Augenblick.

Deswegen fürchtete ich mich.

Und dann sprach jemand.

Vielleicht ich selbst. Ich weiß es nicht mehr.

Ich versuchte mich zu konzentrieren und ein neuer Gedanke erfasste mich: Meine Seele lag genau zwischen beiden Entitäten. Und so bin ich noch immer: Die Grenze, der Übergang.

Die Reibung.

Das war, als die Angst verschwand.

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