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Geist-Fragment: Das Letzte Wort 4

„.“
-

Damals.

Von Palamon war nur noch Asche übrig.

Ich war nur ein Junge, mein Gesicht von Ruß, Rotz und Sorgen überzogen.

Ich hatte geglaubt, dass Jaren, mein Freund, unser Beschützer, der Retter von Palamon, uns immer beschützen würde - uns immer retten könne ...

Ich war ein solcher Narr.

Jaren und die anderen, nur eine Handvoll, doch unsere Besten, unsere Kühnsten, waren vor drei Sonnen losgezogen. Sie waren Gefallenen auf den Fersen, nachdem die Banditen Unruhe gestiftet hatten.

Der Fremde - der Andere - kam am nächsten Tag an.

Er sprach kaum ein Wort. Er nahm sich ein Zimmer. Und unsere Gastfreundschaft.

Er faszinierte mich, genauso wie Jaren, als er zuerst ankam.

Doch dieser Fremde war kalt. Distanziert. Irgendwie beschädigt, fand ich.

Doch Angst hatte ich nicht. Noch nicht.

Obwohl nur ein Kind, wusste ich, dass die Monster unserer Welt wie Männern schienen, doch es nicht waren. Sie waren etwas Fremdes. Vierarmig und wild.

Der Fremde war höflich, doch ernst.

Ich sah ihn als traurigen, gebrochenen Mann und das war er auch. Doch damals verstand ich natürlich nicht, warum dadurch jemand gefährlich sein würde.

Genau wie Jaren versuchte Vater, mich von dem Fremden fernzuhalten.

Zwecklos.

Als die Silhouette näher kam, überkam mich Angst.

Die dunkle Figur türmte sich vor mir auf. Sah in mich hinein - durch mich hindurch.

Er lächelte. Meine Knie waren schwach. Alles war verloren.

Dann drehte er sich um und ging einfach davon.

Er hinterließ nur Ruin und einen zutiefst erschütterten Jungen mit gebrochenem Herzen, ohne einen weiteren Blick daran zu verschwenden.

Seitdem jage ich dem Schatten dieses Fremden nach.


Heute.

Wir standen still, die Sonne hoch am Himmel.


Sekunden, die sich wie Stunden anfühlten, verstrichen.

Er hatte sich verändert.

Nun schien er sich gewichtslos, mühelos in einer Existenz eingefunden zu haben, die jeden Menschen mit Gewissen erdrückt hätte.

Ich senkte meinen Blick nicht, als ich Hitze in mir aufsteigen spürte. Der Andere sprach ...

„Schon eine Weile her.“

Ich antwortete nicht.

„Das Schwert eines Revolverhelden - seine Kanone. Das war ein Geschenk.“

Ich schwieg, während mein Daumen den vertrauten Abzug an meiner Hüfte berührte.

„Es war eine Gabe von mir ... an dich.“

Die Hitze in der Mitte meiner Brust wurde stärker.

Am Tag, an dem Jaren Ward starb, fühlte ich mich wie ein elender Feigling und das hielt noch viel Zyklen an.

Doch hier spürte ich nur das Feuer meines Lichts.

Er bohrte nach.

„Hast du nichts zu sagen?“

Er ließ die Worte im Raum stehen.

„Ich habe auf dich gewartet. Auf diesen Tag.“

Sein Versuch, Konversation zu betreiben, fühlte sich banal an, nach allem, was passiert war.

„Viele Male hatte ich geglaubt, du seist ins Wanken geraten. Hättest aufgegeben ...“

Erinnerungen an alles, das ich verloren hatte, alle, die gelitten haben, blitzten auf, unterbrochen von einer dunklen Silhouette, die auf einen ängstlichen, schwachen, kleinen Feigling zukam.

Das Feuer brannte in mir.

Der Andere fuhr fort.

„Doch hier bist du. Dies ist wahrhaft ein Ende ...“

Während seine Zunge noch Silben formte, bewegte sich meine Schusshand wie von allein.

Reflex und Ziel vermischten sich mit Wut, Klarheit und einem überwältigenden Verlangen nach ... einem Ende.

Zusammen mit meiner Bewegung fokussierte sich das Feuer, durch meine Schulter, hinunter in meinen Arm, als sich mein Finger um den Abzug der Waffe meines dritten Vaters schloss.

Zwei Schüsse. Zwei Kugeln, die von einem wütenden Glühen umgeben waren. Der Andere sackte zusammen.

Ich ging zu seinem Leichnam. Er hatte seinen verfluchten Dorn, die gezackte Waffe mit der schwärenden Krankheit, nicht einmal gehoben.

Ich blickte auf den Toten, der so viel Tod verursacht hatte.

Die Flammen meines Lichts umtanzten immer noch meine Waffe.

Traurigkeit überkam mich.

Ich dachte an meine Anfangstage zurück. Dachte an Palamon. Dachte an Jaren.

Ich richtete meine Kanone auf den Helm des Toten, um meinem Mentor, meinem Retter, meinem Vater und Freund einen letzten Tribut zu zollen ...

„Deins ... Nicht meins.“

Ich drücke ab und Jarens Waffe, die nun mir gehört, hat das letzte, laute Wort.


Siehe auch[]

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